Mit den „Direct Answers“ setzt Google seine Strategie fort, das Kundenerlebnis zu maximieren und den Internetnutzern relevanten Content mit Antworten auf ihre Fragen und Lösungen für Ihre Probleme zu bieten. Was sind „Google Direct Answers“ und „Rich Cards“ eigentlich und wie hoch schätzen SEOs und Content Marketer ihre Bedeutung ein? Dies erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Google’s Direct Answers

Google’s Bestreben nach einer optimalen User Experience macht auch vor einer abgeänderten Darstellung der organischen Suchergebnisse nicht halt.

Wie es scheint, möchte sich Google in Zukunft nicht mehr mit der reinen Auflistung von Links zu Websites zufrieden zu geben. Der Suchmaschinenriese entwickelt sich immer mehr vom „Suchbegriff-Roboter“ zu einem „Antwort-Roboter“, Stichwort: „Direct Answers„.

Google begründet seine Entscheidung für diese auch genannten „rich answers“, unter anderem mit der Zeitersparnis die dem User zugute kommt, wenn er die Websites aus der Suchergebnisliste nicht mehr selber durchforsten muss, sondern die entsprechenden Antworten direkt von Google erhält.

Die Diskussionen um die Bedeutung der Direct Answers werden momentan hauptsächlich in den Vereinigten Staaten geführt, wo SEOs und Content Marketers sich bereits Gedanken machen über die möglichen Auswirkungen dieser „passende Antworten“ die prominent an erster Stelle oberhalb der üblichen Linkliste in den Suchergebnislisten auftauchen.

Aktuelles Update 5/2016: Google hat in seiner englischsprachigen Suchmaschine „rich cards“ eingeführt. Vorerst werden die rich cards nur für die Kategorien „Rezepte“ und „Filme“ ausgeliefert, andere Kategorien werden bald folgen.  Rich cards stellen ein neues Format der Search results dar und basieren laut Google auf dem großen Erfolg der rich snippets.  Mit den rich cards möchte Google verstärkt auf mobilen Endgeräten eine bessere User Experience bieten.

Was sind „Direct Answers“?

Google hat schon im Mai 2012 mit dem Launch seiner Knowledge Graphs das Fundament gelegt für eine Strategie, die nicht nur eine Auflistung von Links sondern Antworten auf Queries liefert. Mit den Google Knowledge Graphs wurden die ersten „Wissenboxen“ erschaffen, die Fakten zu berühmten Personen, Plätzen, Städten, Kultur und Sport enthielten. Schon damals ließ Google verlauten:

„This is a critical first step towards building the next generation of search, which taps into the collective intelligence of the web and understands the world a bit more like people do.“

Wie Google Deutschland dies umsetzt, kennt ihr. Als Antwort auf die Frage: „Wer ist Tim Mälzer“ zeigt Google unter anderem die folgende Box an:

Answer Box Tim Mälzer

 

Während die Wissensbox auch bei uns schon weit verbreitet ist, tauchen die Google Rich Answers als Ergänzung am Anfang der SERPs (Suchergebnissseiten) zur Zeit bei Google Deutschland nur zu spezifischen Suchanfragen auf.

Zum Beispiel bei der Frage:

 „Hat Joachim Gauck Kinder?“

bindet Google oberhalb der organischen Suchergebnisse eine eigene tabellarische Übersicht mit Ergebnissen ein.Google Direct Answers

 

Die Answer Box

Die Quick Answer Box, oder neuerdings auch „featured snippets“ genannt, ist eine weitere Komponente die auf den Suchergebnisseiten (SERPs) von Google ausgegeben wird.

Wir kennen die „Wetterbox“ mit Angaben zu Temperaturen, Niederschlag, Wind etc.

Google US ist schon viel weiter und zeigt seine Direct Answers innerhalb von Boxen oberhalb der organischen Suchergebnisse an. Zusätzlich bindet die Suchmaschine Informationen in Form von Bilderkarussells, Tabellen usw. ein und dies mit steigender Tendenz.

Unterschiedliche Darstellung der Direct Answers bei Google DE und Google US

Meine Tests mit Fragen abwechselnd im deutschen und im US-amerikanischen Google zeigen die Unterschiede in der Darstellung der Suchergebnisse.
Bei der Frage nach dem Flächeninhalt eines Würfels liefert Google US gleich die Antwort in einer übersichtlichen Answer Box:
Google Infobox
Die deutsche Suchmaschine hingegen liefert nur die übliche Linkliste, in diesem Fall Links zu Lernwebsites.

Google Deutschland

Ein weiteres Suchbeispiel zu der Frage nach dem höchsten Berg der Welt zeigt ebenfalls einen deutlichen Unterschied.

Hier die Suchergebnisliste von Google Deutschland:

Google Antwort zu dem höchsten Berg der Welt

Weit ansprechender und informativer sieht dagegen die Antwort der amerikanischen Version aus, mit einem Bilderkarussell oberhalb der Suchergebnisse:

Google's rich answers

Wie wichtig sind Direct Answers für SEO?

Google Direct Answers gewinnen an Bedeutung

US-Amerikanische Experten der Digitalen Marketing Agentur Stonetemple veröffentlichten 2015 zwei Studien zu den rich answers. Die erste basiert auf der Analyse von über 850.000 Suchanfragen im Dezember 2014, für die zweite Studie wurde die Analyse erneut im Juli 2015 erhoben. Die Ergebnisse der Studien zeigen einen deutlichen Anstieg der Rich Answers. Im Detail nachlesen könnt ihr die Ergebnisse im Beitrag The Rise of Rich Answers in Google Search – Future of Digital Marketing.

Die wachsende bedeutung der rich answers

Zusammengefasst in einem Satz:

„Rich Answers Are on The Rise!“

Wer möchte, kann sich den Ausschnitt eines Vortrags von Eric Enge (Stonetemple) anschauen. Hier zeigt Eric Beispiele von Rich Answers und präsentiert die Ergebnisse der Studien.

Die Quellen von Google’s Direct Answers

Es stellt sich die Frage, wo Google die Antworten hernimmt. Eine große Rolle bei der Zusammenstellung der Direct Answers spielt die „Site Authority„. Konkret bedeutet dies, dass die Antworten prioritär aus Websites gezogen werden, denen ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Wissenskompetenz auf einem speziellen Gebiet attestiert wird, wie z.B. Wikipedia.

SEO Tipp: Den Direct Answers Bewertungen zuspielen

Welche Kriterien kommen bei der Suche nach Dienstleistungen und Produkten ins Spiel?

Ihr ahnt es sicherlich schon: hier spielen Empfehlungen und Online Bewertungen eine große Rolle.

Infos, Statistiken und Tipps, wie ihr Bewertungen erhaltet und am besten nutzt, könnt ihr in meinem ausführlichen Beitrag „Google Bewertungen im Online Marketing: Nutze die Macht!“ nachlesen:

Direct Answers im Zeitalter der Voice Search

Google Direct answers werden nach Einschätzungen von Experten auch mit der Zunahme der Sprachsuche, der sogenannten Voice Search, weiterhin an Bedeutung gewinnen. In diesem Sinne gilt es die Suchmaschinenoptimierung an das sich immer stärker in Richtung Sprachsuche ausrichtende Suchverhalten der mobilen Nutzer anzupassen. Mehr dazu erfahrt ihr in meinem Beitrag zu SEO im Zeitalter der Voice Search: 7 SEO Tipps in Zeiten der Sprachsuche.

Google Direct Answers und das semantische Web

Für den SEO Experten Bill Slawski ist es kein Wunder, daß Google Interesse daran zeigt direkte Antworten an seine User auszugeben anstelle einer reinen Auflistung von Seiten die möglicherweise die entsprechenden Antworten enthalten.

In einem Interview zu dem Thema Direct Answers gibt Bill Slawski 3 konkrete Tipps, worauf Webseiten Besitzer hinsichtlich der SEO Trends achten sollen:

  1. Semantisches Markup verstehen und anwenden. Mit anderen Worten: um schema.org kommt niemand mehr herum!
  2. Ein Gefühl dafür entwickeln, wie Suchmaschinen heutzutage verschiedenen Suchanfragen begegnen. Dies bedeutet: die Ausgabe der Suchergebnisse in Form von Rich Snippets und Answer boxes.
  3. Google’s „Phrase-based Indexing“ zur Erkennung von relevantem Content berücksichtigen. Google hält ein Patent auf dieser Technik, die entwickelt wurde um einerseits gegen Spam vorzugehen (und Keyword Stuffing zu bestrafen) und andererseits die Suchanfragen besser zu verstehen.

Das Interview mit Bill Slawski findet ihr hier: SEO by the Seas Bill Slawski on Google Direct Answers.

Was nun? Sollen wir Google Direct Answers noch ignorieren?

Klare Antwort: Nein!

Selbst wenn Google Deutschland sich noch nicht so stark auf die Ausgabe von Rich Answers spezialisiert hat wie die amerikanische Version, ist damit zu rechnen dass dieser Trend sich auch hier durchsetzt. Die Zeit die uns noch bleibt können wir nutzen um unseren Content und den technischen Aufbau unserer Websites zu optimieren und mithilfe von Beispielen aus den USA zu lernen.

Ein letztes Beispiel möchte ich euch noch mit auf den Weg geben. Bei meiner Suche nach einer Liste US-amerikanischer Präsidenten wurde erstaunlicherweise eine Answer Box mit einer Tabelle ausgegeben, die von einer australischen Website stammt.

Direct Answers in Antwortbox

Wie bitte? Ja, kaum zu fassen, aber da hat wohl ein ehemaliger australischer Lehrer mit seiner Website nicht nur etwas sondern vieles richtig gemacht, indem er eine übersichtliche und vollständige Tabelle in seine Website eingebunden hat!

Was haltet ihr von den Google Direct Answers und dem Modell der Rich Cards? Sind sie ein Schritt in die richtige Richtung um die User Experience zu verbessern? Oder habt ihr Bedenken, dass sich das Ranking eurer Websites verschlechtern könnte bzw. rein optisch die Sichtbarkeit in den SERPs vermindert wird, wenn Google selbst die Antworten liefert? Gerne lese ich eure Kommentare dazu!

 


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Fabienne Petry

Online Marketing Managerin, Webdesignerin, Physikerin, Gründerin von blaueorange.de . Als Digital Marketing Beraterin hat sie sich spezialisiert auf die Entwicklung digitaler Marketing Strategien für B2B und B2C aus dem Bereich Pharma, Health, Energie, Bildung und KMU. Sie betrachtet Content Marketing, Webdesign und SEO als eine Einheit und setzt Ihre Kenntnisse sowohl bei der Entwicklung von Websites als auch beim Optimieren von Content, SEO und Social Media Strategien ein. Kontakt: LinkedIn | XING | Twitter |Google+

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