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Digitales Marketing: 7 Tipps für den lokalen Handel

Digitales Marketing ist für den lokalen Handel längst kein Fremdwort mehr. Dieser Beitrag liefert Fakten und beschreibt bewährte Maßnahmen, wie z.B. die lokale Suchmaschinenoptimierung, für eine erfolgreiche Digitale Marketing Strategie im stationären Handel.

1. Mobile Website

Website für Smartphones / Tablets optimieren

Schauen wir uns zuerst die aktuellen Zahlen an.

Laut aktuellen Angaben von Google suchen mittlerweile über 88% der User mit ihrem Smartphone nach einem Geschäft oder Restaurant in ihrer Nähe, Tendenz steigend.

So verzeichnen die sogenannten mobilen „In-meiner-Nähe“ – Suchanfragen Jahr für Jahr einen Zuwachs von 146%.

Nachlesen könnt ihr diese Statistiken in dem Beitrag „How to Build Your Mobile-Centric Search Strategy“.

Wird der „mobile Sucher“ zum Kunden in einem lokalen Geschäft?

Auch hierzu hat Google einige Daten zusammengetragen.

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76% der Personen die eine Suche in ihrer Nähe durchführen besuchen das lokale Geschäft innerhalb von 1 Tag.

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28% dieser Suchanfragen resultieren in einem Kauf.

Diese Statistiken findet ihr in dem übersichtlichen Datasheet „How Mobile Search Connects Consumers to Stores“.

Auch auf Twitter wiederholt Google gerne, wie wichtig es für Geschäfte ist, in der mobilen Suche gefunden zu werden:

Können Händler und Dienstleister auf die mobile Kundengruppe verzichten? Ich denke nicht!

Ob man sich auf die Angaben von Google stützen sollte?

Ein kleiner Exkurs in die Suchmaschinenlandschaft zeigt, wer hierzulande das Sagen hat.

Die Suchmaschinenlandschaft in der DACH Region

Suchmaschinen in Deutschland

Mit 91,17% ist Google die beliebteste Suchmaschine in Deutschland (Stand: Juni 2017). An Platz 2 befindet sich Bing mit 5,8%, gefolgt von Yahoo mit 2,02% .


Suchmaschinen in Österreich und in der Schweiz

Die Suchmaschinenverteilungen in Österreich und in der Schweiz zeigen nur minimale Abweichungen von den deutschen Statistiken:

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SUCHMASCHINENVERTEILUNG STAND JUNI 2017

Österreich: An Platz 1 liegt Google mit 93.75% und an zweiter Stelle Bing mit 4,02%, gefolgt von Yahoo mit 1,53%

Schweiz: Mit 92.88% liegt Google vorn, Bing auf Platz 2 mit 4.4% und Yahoo auf Platz 3 mit 1.78%.

Fazit: Suchmaschinenoptimierung beschränkt sich in der DACH Region vorwiegend auf die Google Optimierung.

Selbstverständlich kann es nicht schaden, als lokales Unternehmen auch bei BING einen Business-Eintrag vorzunehmen.

Was sagt Google zur mobilen Optimierung?

Seit April 2015 zementiert Google seinen Willen, alle Website-Betreiber zur mobilen Optimierung ihrer Websites zu bewegen, durch die Anzeige des Labels „Für Mobilgeräte“ in der mobilen Suche.

Auch auf seiner „Think-with-google“-Seite steht explizit:

Mobile is no longer a choice, it’s a necessity

2. Nutzt Google MyBusiness

Die wichtigsten Google Dienste für lokale Geschäfte und Dienstleister sind Google MyBusiness und Google Analytics.

Als ersten Schritt zur Nutzung dieser Dienste müsst ihr ein Google Konto erstellen.

Google MyBusiness Seite anlegen

Google MyBusiness ist die Schaltzentrale eures Unternehmens bei Google.

Hier legt ihr die Angaben fest, die bei der Google Suche und in Google Maps erscheinen. Wichtig ist, dass ihr eine gute Firmenbeschreibung, Fotos (Innen- und Außenaufnahmen) sowie vollständige Öffnungszeiten eingebt.

Aufgepasst! Ihr solltet euch bewusst sein, daß ihr den Namen eures Unternehmens und die Adresse in allen Online-Verzeichnissen und auf allen Webseiten genau gleich schreiben müsst.

Deshalb solltet ihr die genaue Schreibweise für eure Anschrift (z.B. Werderstrasse nicht Werderstr.), Telefonnummer, Firmenname etc. vor dem Eintrag in Google MyBusiness festlegen und auch in Zukunft nur diese eine Schreibweise benutzen.

Wie wichtig ein konsistenter „NAP“ (name, adress, phone) gerade in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung ist und wie ihr den NAP-Check machen könnt, erfahrt ihr in dem SEO Tipp NAP Check.

Im Dashboard von Google MyBusiness verwaltet ihr später auch eure Google Bewertungen und verfolgt eure mittels Google Analytics getrackten Website Statistiken.

3. Findet den richtigen Content für eure Zielgruppe

Fragen aufspüren und beantworten

Wie könnt ihr wissen, welche Fragen zu eurem Produkt oder eurer Dienstleistung gerade hoch im Kurs stehen?

Natürlich könnt ihr einfach entsprechende Wortgruppen in die Google Suchmaske eingeben und ihr erhaltet hier schon mal einige gute Vorschläge.

Zusätzlich empfehle ich euch Plattformen wie gutefrage.net zu besuchen und euch dort Fragen anzuschauen, die zu Produkten oder Leistungen gestellt werden, die ihr anbietet oder vertreibt.

Einerseits erfahrt ihr hier was eure Kunden oder Zielgruppe beschäftigt und falls ihr die Suchmaschinenoptimierung selbst macht, könnt ihr eure Webseiten gleich auf diese Fragen hin optimieren (Keywords, Rich snippets..).

Andererseits könnt ihr euch aktiv an den Diskussionen beteiligen und gegebenenfalls einen Link zu einem Lösungsvorschlag auf eurer Website unterbringen.

4. Integriert lokale und thematische Begriffe in eure Website

Die Betonung bei local SEO liegt auf „local“. Dies bedeutet, dass ihr den Standort eures Unternehmens besonders hervorheben müsst, beziehungsweise Informationen die Google bereits über eure Stadt besitzt, in eure Texte einfliessen lasst.

Als erstes solltet ihr eure Stadt googlen und notieren, welche Sehenswürdigkeiten, Plätze, historische Ereignisse, Persönlichkeiten aber auch Veranstaltungen Google in Zusammenhang mit eurer Stadt auflistet.

Google Ergebnisse am Beispiel Freiburg:

Dann überlegt ihr euch, in welcher Form ihr diese Begriffe einbinden könnt.

Befindet sich euer Geschäft in Reichweite einer Sehenswürdigkeit oder direkt in einem historischen Gebäude? Gibt es besondere Veranstaltungen in eurer Stadt wie z.B. Messen, Konzerte usw.?

Beispiel: An meinem Standort in Müllheim bei Freiburg finden jährlich die „Covernights“ statt. Als Hotel- oder Restaurantbesitzer könntet ihr auf eurer Website mit einem „Covernights 2017“ Spezial Cocktail werben.

Wichtig: Die Menükarte darf nicht nur als pdf-Datei eingebunden werden, sondern der Begriff „Covernights“ muss im Fließtext der Webseite eingebunden sein, sonst wird Google die entsprechenden Begriffe nicht crawlen können.

Dabei gilt aber auch: Nicht übertreiben! Denn ihr schreibt die Texte nicht nur für Suchmaschinen, sondern vor allem für die Besucher eurer Seite und die finden mit Keywords gespickte Seiten sicherlich nicht sehr lesenswert.

5. Bindet Videos ein

Visuelle Elemente und insbesonders bewegte Elemente werden immer wichtiger, wenn es heißt die Aufmerksamkeit der Besucher einer Website zu erregen.

Laut Statistken bleiben die Besucher die sich ein Video anschauen im Durchschnitt 2 Minuten länger auf dieser Website.

Mit anderen Worten: die von Google Analytics gemessene Sitzungsdauer verlängert sich – also ein positives Signal für das Google Ranking.

Und mal ehrlich: wer würde sich nach Betrachten dieses Videos nicht gerne in Massimo’s Restaurant an den Tisch setzen?

https://youtu.be/aU0x_Pab_ws?rel=0&showinfo=0

YouTube Als Digital Marketing Kanal nutzen

Idealerweise legt ihr euch einen YouTube-Kanal an. Dies hat den Vorteil, dass ihr eure Videos nicht selber in verschiedene Formate umwandeln und auf eurem eigenen Server ablegen müsst.

Die Vorteile von YouTube:

  • Eure Videos werden beim Hochladen auf YouTube automatisch in ein Format konvertiert, das mit den gängigsten Webbrowsern kompatibel ist und auf den meisten Endgeräten  läuft.
  • Euer eigener Server wird durch das Streaming der Videos nicht belastet.
  • Ihr profitiert von einer großen YouTube-Community mit immerhin 1.300.000.000 Mitgliedern.

Diese Infografik beleuchtet alle erforderlichen Schritte die es braucht um einen erfolgreichen Youtube-Kanal aufzubauen, von der ersten Idee über die richtige Ausrüstung, die Auswahl der Inhalte bis hin zu Tipps zum Branding.

 6. Zeigt eure Bewertungen

Bewertungen sind einer der stärksten Rankingfaktoren für lokale Unternehmen.

Wie wichtig Bewertungen für die lokale Suchmaschinenoptimierung sind, habe ich im Detail in dem Beitrag Google Bewertungen im Online Marketing: Nutze die Macht der Sterne beschrieben. Ebenso findet ihr in dem Beitrag eine gute Methode, wie ihr eure Kunden zur Abgabe der Bewertungen über eine Follow-Up Mail anregt.

Lokale Geschäfte und Restaurants können in ihrem Schaufenster oder am Empfang ein Hinweisschild anbringen, ähnlich wie das von Tripadvisor. Übrigens: Laut einer Umfrage von Tripadvisor lesen 20% der Reisenden, die nach einem Restaurant oder einer lokalen Sehenswürdigkeit suchen, mehr als 11 Bewertungen bevor sie sich entscheiden.

7. Verschickt einen Newsletter

Als die Social Media ihren Siegeszug begonnen haben hieß es, das bedeute den Untergang des E-Mail Marketing.

Doch weit gefehlt: Newsletter sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Online Marketing Strategie und dürfen somit als Digitaler Marketing Tipp nicht fehlen.

1000 Facebook Fans sind bei weitem nicht dasselbe wie 1000 Newsletter Abonnenten.

Es gibt zahlreiche Vergleichsstudien, welche die Effizienz von E-Mail Marketing und Social Media Kampagnen miteinander vergleichen. Digitale Marketing Experten bringen es in den folgenden Sätzen auf den Punkt:

Organische Reichweite: Von 2000 Facebook Fans werden nur 2-5 Fans euren Beitrag sehen.

Klickraten: E-Mail Marketing Kampagnen zeigen 50-100-mal höhere Klickraten als die von Facebook und Twitter.

In einer Studie von absolit wurden im Februar 2016 die aktuellen Trends im Online-Marketing bei deutschen Unternehmen untersucht. 96% der Unternehmen bestätigen, dass sie E-Mail-Marketing einsetzen und 46% steigern sogar ihre Marketingbugets für diesen Marketingchannel.

Und, was im Großen funktioniert, funktioniert auch im Kleinen.

Ein Friseursalon der einen direkten, persönlichen Kontakt zu seiner Kundschaft hat, kann sich hoher Öffnungsraten für seine E-Mails mit aktuellen Angeboten für Haarpflegeprodukte sicher sein.

Auch Restaurants und Schnellimbisse binden ihre Kundschaft mit einem Newsletter stärker an ihr Lokal. Hinweise zu saisonalen Angeboten und die wöchentliche Speisekarte zum Ausdrucken werden bestimmt gerne geöffnet oder sogar von Unternehmen an der Mitarbeiter-Infotafel aufgehängt.

Aber Achtung: In Deutschland ist es gesetzlich nicht erlaubt, Newsletter ohne ausdrückliche Einwilligung des Empfängers zu verschicken.

Hier gilt das sogenannte Double-Optin Verfahren. Dies bedeutet, dass der Eintrag in die Abonnentenliste erst in einem zweiten Schritt bestätigt werden muss (Bestätigungs-Mail mit Bestätigungslink).

Ein Wort zu Social Media

Versteht mich bitte nicht falsch! Ich empfehle euch nicht, zu Gunsten von E-Mail Marketing auf Social Media zu verzichten.

Denn die Präsenz in den Sozialen Netzwerken gehört auch zu einer erfolgreichen Digitalen Marketing Strategie für den stationären Handel. Je nach Branche erreicht ihr mit Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat eine große Community.

Ihr solltet nur abwägen, welche Digitalen Marketing Kanäle eurem lokalen Unternehmen den größten Nutzen bringen. Der Faktor Zeit spielt schließlich auch für euch eine große Rolle!

An dieser Stelle möchte ich nicht näher auf Social Media Marketing eingehen, da ich bereits einige Posts zu diesem Thema geschrieben habe:

5 Twitter Tipps für Unternehmer und Startups mit bewährten Empfehlungen zum Thema Twitter Einstellungen, Hashtags und Kommunikation mit der Twitter Community, sowie eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie ihr eine Twitter Timeline für eure Website generiert.

3 Social Media Best Practices mit Infos zum gezielten Publizieren (beste Zeiten, wiederholtes Veröffentlichen usw.).

In den 3 Social Media Best Practices findet ihr Infos zum gezielten Publizieren (beste Zeiten, Wiederholungen usw.).

Weitere Details zu Tools, die euch bei euren Social Media Aktivitäten unterstützen findet ihr in 3 kostenlose Social Media Tools und Social Media Management Tools: Planen und Publizieren.

Die Bedeutung von Backlinks für euer Google Ranking

Eine gesunde Backlinkstruktur sorgt für eine gute Position bei Google. Was ihr über die Bedeutung von Backlinks wissen solltet, welche Strategien es gibt und wie ihr Backlink Monitoring macht, erfahrt ihr in So wichtig sind Backlinks: Infos – Strategien -Tools.

Bemerkung: Ich habe in diesem Beitrag bewusst auf die Beschreibung von bezahlter Onlinewerbung verzichtet. Denn Online Marketing Maßnahmen, wie z.B. Suchmaschinenwerbung (SEA), Social Ads und Affiliate Marketing (Bannerwerbung) sind ein sehr umfangreiches Thema, das den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde

Ich hoffe dass ich euch mit diesem Beitrag einige Fakten zum Thema „digitales Marketing für den lokalen Handel“ näher bringen konnte. Wie geht ihr mit dem Thema um? Könnt ihr digitale Marketing Kanäle empfehlen, die in eurem Fall besonders gut funktionieren? Schreibt mir eure Herausforderungen und Erfahrungen in einem Kommentar!